Auch das wichtige Spiel gegen Neckarsulm verliert der TSV und rutscht immer tiefer in den Oberliga-Tabellenkeller

Der erhoffte Befreiungsschlag ist den Oberliga-Handballern des TSV Zizishausen beim Heimspieltag „Rot-Weiß“ nicht gelungen. In der wichtigen Partie gegen den Tabellennachbarn Neckarsulmer Sport-Union unterlagen die „Schnaken“ mit 25:31 (11:13) und stecken damit vorerst im Tabellenkeller fest.

Schon die Anfangsphase ließ die Bedeutung der Partie erahnen, die trotz des frühen Zeitpunkts in der Saison etwas von einem Abstiegsendspiel hatte. Beide Seiten taten sich im Angriff unheimlich schwer Torchancen zu erspielen und mühten sich oftmals vergebens gegen ordentlich zupackende Deckungsreihen. Die gute Stimmung in der Eisenlohr-Halle nach dem 26:18-Sieg der TG-Frauen in der Zweiten Bundesliga gegen die HSG Freiburg (siehe auch Seite 25) bekam gleich mal einen heftigen Dämpfer verpasst.

Als erster hatte Gäste-Coach Clemens Borchardt nach zehn Minuten genug gesehen, doch die Angriffsleistung blieb auch nach der NSU-Auszeit dürftig. Wenn man es aus Zizishäuser positiv sehen will, dann zeigten die Gastgeber nach der Gegentor-Flut in den vorherigen Partien eine gute Defensivarbeit. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass bei der Neckarsulmer Sport-Union die große Breite an starken Rückraum-Shootern nicht vorhanden ist und sich fast alles auf Felix Trumpp und Kevin Matschke konzentrierte.

Die aufkeimenden Zizishäuser Hoffnungen werden jäh gestoppt

„Aber auch diese beiden haben wir nicht in den Griff bekommen“, monierte der verletzte TSV-Kapitän Timo Wolf nach der Partie. Matschke und der immer wieder gut in Szene gesetzte Kreisspieler Felix Hofacker sorgten dann beim 7:9 für die erste Zwei-Tore-Führung der Gäste (22.), die dann auch zur Pause beim 11:13 Bestand hatte.

In die zweite Hälfte starteten beide Teams sehr schwungvoll und mit vielen Treffern, allein am Rückstand der Hausherren änderte sich bis zum 16:18 nichts (38.). Das TSV-Angriffsspiel wirkte auch in der Folge zu hektisch und Wolf vermisste „das letzte Quäntchen Einsatz und Überzeugung beim Torwurf“. 20 Fehlwürfe und ein Dutzend technische Fehler belegen die Mängel in der Offensive, mit der kaum ein Spiel in der BWOL zu gewinnen ist.

Nach dem 18:22 (42.) und der Auszeit von TSV-Trainer Florian Beck schien kurzzeitig Besserung in Sicht, als Niklas Grote und Nikita Danilov auf 20:22 verkürzten. Doch erneut Matschke und Hofacker zum 20:24 bereiteten den aufkeimenden Hoffnungen der Gastgeber ein schnelles Ende (47.), und die „Schnaken“ schienen die drohende Niederlage innerlich schon zu akzeptieren. Es war wenig von Kampfgeist und Trotzreaktion zu spüren, dass die Mannschaft an sich glaubte und unbedingt den Sieg wollte.

Neckarsulm ließ sich da nicht zweimal bitten und spielte die Partie solide zu Ende. Wann immer der TSV mal daran schnupperte den Rückstand etwas zu verkürzen, folgte auch schon die nächste kalte Dusche in Form einer verpassten Torchance oder eines Abspielfehlers und der nächste Gegentreffer. Am Ende siegte die NSU verdient mit 31:25 und die Zizishäuser müssen sich ernsthaft fragen, wie sie aus dem Tabellenkeller wieder herauskommen wollen.

TSV Zizishausen – Neckarsulmer SU 25:31

TSV Zizishausen: Hauptvogel, Baumann – Grote (4), Grusauskas (3), Danilov (2), Nothdurft (3/3), Muckenfuß (1), Götz (3), Wurster, Maas (6/3), Weber, Fuchs, Gotthardt (3).

Neckarsulmer Sport-Union: Bognar, Maximilian Kerner – Broqi, Trumpp (4), Brake (3), Track, Kazmeier, Moritz Kerner, Schreider (2), Matachke (11), Hofacker (6), Heilmann (2), Gohly (3).

Schiedsrichter: L. Bärmann/N. Bärmann (TSV Neudorf).

Zuschauer: 320.

Rote Karte: Maas (60., nach drei Zeitstrafen).

Zeitstrafen: Grusauskas, Muckenfuß, Weber – Hofacker (2), Trumpp, Matschke.

Siebenmeter: Zizishausen 7/6 (Nothdurft scheitert an Kerner).