Zizishausen sichert mit Heimsieg den Klassenverbleib

1. Mai 2019
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Bericht der Nürtinger Zeitung, Von Reimund Elbe
TSV Zizishausen – SG H2Ku Herrenberg 34:32 (20:19)
Die Zizishausener Dramaturgen haben ihr Debütwerk mit einem Happy End abgeschlossen. Das 34:32 (20:19) gegen Herrenberg erbrachte dem Aufsteiger neben reichlich Emotionen und Nervenkitzel den endgültigen Oberligaverbleib.
Nein, ganz ohne Gefühlswallungen geht und ging für die „Schnaken“ und deren Anhang nichts in dieser Runde – auch gestern. Bevor die rund 350 Zuschauer gegen 18.30 Uhr in der Theodor-Eisenlohr-Halle den Klassenerhalt per kollektivem Jubelschrei und anschließender Partymusik zelebrieren durften, Spieler und Betreuer sich lachend in die Arme fielen, das eine oder andere Freudentränchen verdrückt und Bierchen getrunken wurde, schickte sie das Team zuvor einmal mehr durch Himmel und Hölle.

Wie sich allerdings die Zizishausener Handballer auf der Zielgerade des Saisonendspurts anstellten, sich in schwachen Momenten berappelten, in guten Phasen durch Ideenreichtum und gesunder Spielhärte gegen einen qualitativ gut besetzten Gegner auffielen, das lief zweifelsfrei unter der Kategorie imponierend bis überragend. Folge: Der Funke sprang so extrem auf das heimische Publikum über, wie in keiner anderen Partie zuvor der Premierensaison.

Minuten nach der Schlusssirene stand einer der Baumeister des Ligaverbleibs mit Genießerblick einige Meter entfernt vom Haupttrubel. „Ich wollte alles dafür tun, dass wir die Klasse halten, jetzt haben wir es geschafft. Es erfüllt mich mit großer Freude“, sagte Interimstrainer Alen Dimitrijevic. Einige Schritte weiter reihte sich der Sportliche Leiter in die Gute-Laune-Fraktion ein. „Glückwunsch an die Mannschaft, sie hat in dieser Saison eine Riesenentwicklung genommen“, bilanzierte Alexander Himpel. Dabei bot dieser vorletzte Spieltag für den TSVZ noch genügend Stress. „Wir wollten nämlich heute mit einem Sieg gegen Zizishausen unser Saisonziel von 30 Punkten erreichen“, rekapitulierte Herrenbergs Achtfach-Torschütze Christian Dürner – die 37-Jährige SG-Legende wird am Rundenende ihre Karriere beenden – doch sein Team habe die Leistung „nicht so richtig auf die Platte gebracht“.

Allerdings gereichte das SG-Handeln durchaus, um den Zizishausenern einige Steine auf dem Weg zum Ligaverbleib in den Weg und Sorgenfalten auf die Stirn zu legen. In Zahlen ausgedrückt lässt sich die Dramaturgie der Begegnung anhand einiger Zwischenstände der zweiten Halbzeit leicht nachvollziehen. 20:20, 23:23, 26:26, 30:30, 32:32, 34:32 – Feinheiten und Kleinigkeiten ließen die Waage final zugunsten der Gastgeber ausschlagen. Ein Beispiel: Maximilian Friessnig. Der zum Württembergligisten TV Neuhausen/Erms Wechselnde vergab beim Stande von 32:32 zwar einen Siebenmeter, doch nur wenige Szenen später traf er mit Wucht zum 33:32. Dass ausgerechnet Herrenbergs Routinier Dürner im Gegenzug eine Topchance liegenließ (warf vorbei), bildete einen weiteren Teil des Dramas, zu dessen positivem Ende aus Zizishausener Sicht zudem Cornelius Maas mit seinem elften Treffer in dieser Partie zum 34:32 sowie Torwart Hauptvogel mit einer Gegentor-Vereitelung per Reflex Sekunden später beitrugen.

Das Thema Torhüter – ein weiteres bemerkenswertes an diesem späten Sonntagnachmittag. Nach nicht einmal 100 Sekunden verletzte sich nämlich „Schnaken“-Keeper Kai Augustin erheblich (Muskelverletzung im linken Oberschenkel), musste per fahrbarer Liege unter Applaus des Publikums aus der Halle befördert werden, doch die einspringenden Aladin Orlic und Benjamin Hauptvogel boten einige herausragende Paraden, was das Team deutlich stabil hielt. So stabil, dass der Abend nicht nur wegen diverser Ehrungen (mehr in unserer morgigen Ausgabe) freudig für die Zizishausener ausklang. Das letzte Saisonspiel bei der SG Pforzheim/Eutingen birgt somit sportlich nur noch eine Mini-Brisanz: Die Verteidigung des zehnten Tabellenplatzes steht im Raum. Die neue Leichtigkeit des Seins bei den „Schnaken“ nach vollbrachtem Ligaerhalt könnte selbst das Erreichen dieses Ziels möglich machen.

TSV Zizishausen: Hauptvogel, Augustin, Orlic – Minsch (1), Friessnig (5), Götz (9), Reinl (2), Grau (3), Fröhlich (2), Maas (11/4), Fuchs, Pflug, Gotthardt (1), Wurster.

SG H2Ku Herrenberg: Heinz, Rhotert - Seeger, Schopp (1), Kohler,, Dürner (8/3), Fuhrmann (10), Marquardt (3), Zürn (2), Kussmann (1), F. Böhm (1), J. Böhm (6).

Schiedsrichter: Blumenrode/Lips (Durlach/Pforzheim).

Zuschauer: 350.

Zeitstrafen: Grau, Reinl – Schopp (2), F. Böhm (2), Marquardt, Kussmann.

Siebenmeter: Zizishausen 6/4 (Heinz wehrt gegen Maas und Friessnig ab) – Herrenberg 3/3.

 

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