Schnaken holen 7-Tore-Rückstand auf und belohnen sich nicht

14. April 2019
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TuS Steißlingen - TSV Zizishausen  28:25 (18:11)

Der Klassenerhalt in der BWOL ist für den TSV Zizishausen noch nicht in trockenen Tüchern. Ein Punkt hätte den Schnaken im Kellerduell beim TuS Steißlingen genügt um endgültig aller Sorgen ledig zu sein. Doch was die Zizishäuser im Sportpark Mindlestal zu Steißlingen boten, war größtenteils enttäuschend und auch nicht ausreichend das angepeilte Ziel frühzeitig fest zumachen. So triumphierte am Ende einer hektischen Partie der Gastgeber, der seine letzte Chance die Klasse zu erhalten mit großer Leidenschaft und Einsatz nutzte. Zizishausen muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass man in der Schlussphase durch eigene Fehler und Disziplinlosigkeiten den möglichen Sieg aus der Hand gegeben hat, nachdem man zuvor den Rückstand zur Pause von sieben Toren egalisiert hatte.

Obwohl Steißlingen gleich im ersten Angriff mit einem Strafwurf an TSV-Keeper Benjamin Hauptvogel scheiterte, war unverkennbar, dass der TuS hier seine allerletzte Chance im Abstiegskampf nutzen wollte. Marvin Storz und Fabian Maier trafen für den TuS, ehe Cornelius Maas der erste Treffer für sein Team zum 1:2 (4.) gelang. Die Gäste blieben zunächst dran, lagen dann aber beim 4:7 (12.) von Matthias Biedermann erstmals mit drei Treffern zurück. Zizishausen profitierte anschließend von zwei Zeitstrafen für die Hausherren und ging nach zwei Strafwürfen von Maximilian Friessnig beim 8:7 (15.) von Thomas Grau in Front. Die Zizishäuser schienen nun im Spiel zu sein, und die erstmalige Führung sollte eigentlich die nötige Sicherheit bringen. Tat es aber nicht.

Steißlingen schlug zurück und erzielte seinerseits vier Treffer in Folge zum 11:8 (18.). Die Gäste verloren in der hektischen Atmosphäre, zu der auch die Schiedsrichter mit einigen strittigen Entscheidungen ihren Teil beitrugen, zunehmend die Fassung. Zahlreiche technische Fehler und Fehlwürfe, über  30 Stück davon notierte Co-Trainer Zeljo Klaric am Ende der Partie, ermöglichten den Gastgeber schnelle Gegenstöße über Timo Ströhle. Angesichts des demoralisierenden 11:18-Rückstands zur Pause konnte es für den TSV Zizishausen nur noch besser werden im zweiten Durchgang.

Es wurde tatsächlich besser, was aber allein daran lag, dass die Gastgeber Nerven im Abschluss zeigten und in TSV-Torhüter Kai Augustin ihren Meister fanden. Der hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit den Part zwischen den Pfosten übernommen und führte sich mit zwei abgewehrten Strafwürfen gleich glänzend ein. Zizishausen verkürzte auf 18:14 (37.) und musste mittenhinein in diesen kleinen Hoffnungsschimmer den nächsten Rückschlag einstecken. Innerhalb der wenigen Minuten nach der Pause hatte sich Maas drei Zeitstrafen abgeholt, die letzte auch noch überflüssigerweise wegen Reklamierens, und wurde mit der roten Karte zum Zuschauen auf die Tribüne geschickt. Trotz dieses personellen Handicaps war bei den Zizishäuser nun Einsatz und Wille spürbar, zumal Augustin weiterhin zum Schrecken der TuS-Angreifer mutierte. Sensationell seine Rettungstat, als er in Unterzahl von der Bank ins leere Tor zurücksprintete und mit einem Sprung quer durch den Torraum den Wurf des gegnerischen Außenspielers noch abwehren konnte.

Da schien dann plötzlich wieder alles möglich zu sein, als Zizishausen Tor um Tor aufholte und beim 20:21 (46.) durch Jochen Fuchs wieder auf einen Treffer heran war. Friessnig verpasste zunächst von der Siebenmeterlinie den Ausgleich, machte es dann aber nach der TSV-Auszeit besser und egalisierte zum 22:22 (48.). Steißlingen hing wie ein taumelnder Boxer in den Seilen, aber die Schnaken setzten nicht nach. Mit dem Gleichstands schien für die TSV-ler das Etappen-Ziel erreicht und die zuvor gesehenen Nachlässigkeiten machten sich wieder breit. Zweimal verpasste es Zizishausen mit völlig unvorbereiteten Würfen selbst in Führung zu gehen, und lag dann beim 22:24 (54.) durch Louis Rothkirch wieder mit zwei Toren hinten. Und das obwohl Augustin mit zwei weiteren parierten Strafwürfen sein Möglichstes tat.

Diese Disziplinlosigkeiten in der Schlussphase trieben Trainer Alen Dimitrijevic nach der Partie die Zornesfalten auf die Stirn: “Wir hatten in den Auszeiten klare Absprachen, von welchen Positionen wir den Gegner werfen lassen, da Kai ja fast jeden Ball von außen gehalten hat. Und im Angriff  wollten wir sichere Aktionen und klare Torchancen herausspielen. Und dann macht jeder was er will.“

Die Gastgeber bejubelten den 28:25-Erfolg und die kleine Chance noch in der BWOL zu bleiben. Zizishausen muss weiterzittern und nach den Osterfeiertagen nachlegen.

TuS Steißlingen: Leon Sieck, Walter; Stefan Maier (1), Wangler (1), Storz (2), Lennart Sieck (5), Wöhrle (3/2), Ströhle (4), Biedermann (3), Fabian Maier (3), Klotz, Steffen Maier (4), Rothkirch (2), Euchner.

TSV Zizishausen: Augustin, Hauptvogel, Orlic; Minsch (1), Wurster, Friessnig (9/3), Reinl (2), Grau (3), Götz (2), Fröhlich, Maas (6)/1, Fuchs (2), Gotthardt, Chatzigietim.

Schiedsrichter: Hähnel / Hofmann (SG Heidelsheim/Helmsheim / TSV Amicitia Viernheim).

Zeitstrafen:

Steißlingen: Stefan Maier (2), Storz (2), Steffen Maier (2), Biedermann, Rothkirch.

Zizishausen: Maas(3 und Disqualifikation), Friessnig (2), Reinl, Grau, Fuchs.

7 m:

Steißlingen: 8/2 – Hauptvogel pariert gegen Ströhle, Augustin zweimal gegen Wöhrle sowie Storz, Ströhle und Rothkirch.

Zizishausen: 7/4 – Friessnig scheitert zweimal an Walter und Sieck, Maas einmal.

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