BWOL: Zizishausen verschafft sich mit Heimsieg Luft

9. April 2019
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Bericht der Nürtinger Zeitung - Von Reimund Elbe

TSV Zizishausen – SG Heddesheim 29:25

Die Partie zwischen Zizishausen und Heddesheim produzierte eine ganze Reihe von Themen. Wichtigster Fakt für den Neuling dabei: Das 29:25 gegen den bereits feststehenden Absteiger aus dem Rhein-Neckar-Kreis verbesserte die Situation im Kampf um den Ligaverbleib erheblich.

Einer, der eigentlich für den Zizishausener Spielaufbau sorgen sollte, stapfte gestern Abend kurz vor Beginn mit Krücken an der Hand in die Theodor-Eisenlohr-Halle. Timo Wolf, von einer Fingerverletzung erst kürzlich wieder genesen, fällt für den Rest der Saison aus – ein Trainingsunfall. „Bei einem Überzieher im Donnerstagstraining bin ich auf den Boden gefallen, ein Mitspieler anschließend auf meinen rechten Fuß“, erinnerte sich der zweitbeste Torjäger der Zizishausener (109 Treffer) an den unschönen Moment. Diagnose: Mittelfußbruch.

Zwangszuschauer Wolf sowie der weitere TSVZ-Anhang bekam gestern von erhöhter Sicht eine ganze Menge geboten – allerdings nicht immer Erfreuliches. Zwischen dem ersten und letzten Zizishausener Treffer, Torschütze jeweils Cornelius Maas, lag eine Tour und Tortur durch unterschiedlichste Gefühlslagen. Schlecht gestartet (3:4), besser in Fahrt (7:5), viel Durchschnitt bis zur Pause (12:12) – die Halbzeitbilanz der bis dahin zähen Partie mit wenig Offensivspektakel und Ungenauigkeiten auf beiden Seiten fiel zumindest für die Gastgeber nicht sonderlich gut aus. Zumal der TSV Zizishausen unter Druck stand. Der TSV Weinsberg war tags zuvor durch einen glatten Heimerfolg über den TV Weilstetten bis auf einen Punkt an die „Schnaken“ herangerückt, durch die Niederlage des Tabellendreizehnten Steißlingen in Herrenberg konnten die Zizishausener mit einem Sieg die Südbadener auf fünf Zähler distanzieren.

Eine Gemengelage, welche sich in der ersten Halbzeit eher hemmend auf das Team von Alen Dimitrijevic auswirkte. Die mit überschaubarem Spieltempo agierenden Heddesheimer nahmen den Gastgebern den Spielwitz, zwangen sie immer wieder zu einfachen Fehlern, machten ihnen das Leben schwer. „Zäh, zu hektisch, zu kompliziert“ habe sein Team in der ersten Halbzeit agiert, bilanzierte Dimitrijevic. Doch der Chefcoach konnte sich in erster Linie auf Cornelius Maas verlassen. 13 Treffer insgesamt stand sinnbildlich für die Durchsetzungskraft, die von den Zizishausenern dringend gegen diesen schwer zu bespielenden Gegner benötigt wurde.

Maas übernahm Verantwortung, biss sich nicht nur einmal in komplexen Spielsituationen durch, traf in wichtigen Phasen richtige Entscheidungen. Denn trotz zwischenzeitlichem Sieben-Tore-Vorsprung für die Zizishausener gelang des den Gastgebern nur unzureichend, Ruhe und Souveränität in die eigenen Aktionen zu bekommen. „Wir wollten als Absteiger ganz locker in dieses Spiel gehen und uns gut präsentieren, das ist uns wohl ganz ordentlich gelungen“, zeigte sich beispielsweise Heddesheims Zweifach-Torschütze Nikola Pugar mit dem Verlauf der Dinge nicht unzufrieden.

Der Punktesegen vor Ostern erreichte jedoch die Gastgeber. Was unter anderem auch Georgios Chatzigietim (mit Sonderapplaus bei seinem Heim-Comeback empfangen) und Mark Reinl zu verdanken ist. Erstgenannter stiftete als Einwechselspieler per unorthodoxer Spielweise nicht nur Unruhe in der gegnerischen Defensive, sondern beendete mit dem Treffer zum 26:21 nach genauem Friessnig-Zuspiel rund zehn Minuten vor Schluss eine der zahlreichen Wackelphasen der Gastgeber.

Mark Reinl sorgte für den absoluten Gute-Laune-Bringer des Abends. Bereits heftig am Kreis geklammert, warf der TSVZ-Akteur den Ball kurz vor Schluss mit dem Rücken zum Tor stehend aus schrägem Winkel mit der rechten Hand in die Maschen. „Solche Tore mache ich nicht so oft“, scherzte der Zizishausener nach der Schlusssirene, dass der perplexe gegnerische Torwart nur noch den Oberschenkel an den Ball bekam, konnte der Kunstschütze nicht einmal sehen.

Kollektives Schulterklopfen holte sich die dezent jubelnden Zizishausener zwar vom eigenen Anhang ab, mehr Emotionen dürften erst nach einem Triumph beim Mitkonkurrenten TuS Steißlingen kommenden Samstag folgen.

TSV Zizishausen: Hauptvogel, Augustin; Minsch, Friessnig (5/1), Chatzigietim (1), Götz (2), Reinl (4), Grau (1), Fröhlich, Pflug, Maas (13/2), Fuchs (2), Gotthardt (1).

SG Heddesheim: Hoffmann, Dulina; Skade, Geiger, Pugar (2), Adam (3), Kettner (1), Hindrichs (4), Karpstein (1), Doll, Walzenbach (1), Badent (13/5).

Zeitstrafen: Friessnig, Maas, Reinl, Grau, Gotthardt – Hindrichs (2), Walzenbach, Badent.

Siebenmeter: 4/3, Maximilian Friessnig wirft in der 7. Minute an die Latte – 6/5, Karpstein wirft in der 45. Minute über das Tor.

Schiedsrichter: Müller/Seeger (Dettingen/Erms).

Zuschauer: 220.

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