33:33 in Wangen - Schnaken mit drei Toren in der letzten Minute

25. Februar 2018
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MTG Wangen - TSV Zizishausen  33:33 (17:12)

Mit großem Einsatz und Kampfgeist rettete der TSV Zizishausen einen Punkt beim 33:33 (12:17)  gegen die MTG Wangen. Ein Unentschieden, dass sich am Ende wie ein Sieg anfühlte, hatten die Zizishäuser doch in der „Hölle Süd“ in Wangen mit drei Trefffern in der letzten Minute ein lange verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen.

TSV-Trainer Georgios Chatzigietim war auch nach der Partie „unglaublich stolz auf unser Team, das bis zum Schlusspfiff große Moral bewiesen hat. So ein Spiel habe ich auch noch nicht erlebt – mit drei Toren in der letzten Minute noch einen Punkt zu holen.“

Allerdings musste Zizishausens Coach auch registrieren, dass „wir überhaupt nicht gut in die Partie reingekommen sind, nur reagiert haben und ständig dem Rückstand hinterherlaufen mussten.“ Nach dem 1:1 (2.) von Thomas Grau erhöhten die Gastgeber durch Marc Kuttler und dem reaktivierten Stefan Rosenwirth auf 3:1 (3.). Die Gastgeber schienen perfekt vorbereitet, obwohl man zwar nicht mit einem Sieg gegen Tabellenführer rechnete, aber ärgern wollte man die „Schnaken“ schon. Schließlich stecken die Allgäuer ohne ihren langzeitverletzten kongenialen Spielmacher Aaron Mayer unerwartet im Abstiegskampf und brauchen jeden Punkt. Die Gäste bekamen in der Deckung keinen Zugriff auf den groß gewachsenen Kuttler, der in der ersten Hälfte fünfmal erfolgreich war, und Wirbelwind Elia Mayer. So fehlten den Zizishäusern die Ballgewinne und einfachen Treffer im Gegenstoß und so musste jedes Tor im Angriff hart erarbeitet werden. Dennoch brachten Timo Wolf und Grau die Gäste nochmals auf 7:8 (13.) heran, ehe man eine mehrminütige Durststrecke zu verkraften hatte, in der einige Chancen nicht verwandelte werden konnten. Die MTG zog auf 13:7 (22.) davon, und die „Schnaken“ schienen ihrem Ruf als Lieblingsgegner der  Wangener  gerecht zu werden. Zwar hatte der TSV das Hinspiel mit 28:25 für sich entschieden, aber eben davor auch fünfmal in Serie den Kürzeren gezogen.

Bis zur Pause gelang es den Gäste nicht mehr  den Rückstand zu verkürzen, zumal man kurz vor dem Seitenwechsel auch noch eine kritische Phase zu überstehen hatte, als drei Zizishäuser und ein Akteur der Gastgeber auf der Strafbank saßen. Der einmal mehr überragende Torschütze Julian Baum ließ sich davon aber nicht beeindrucken und netzte mit dem Pausenpfiff zum 17:12 ein.

Obwohl der TSV in der zweiten Hälfte alles in die Waagschale legte, hielten die Gastgeber, angetrieben vom lautstark mitgehenden Publikum in der „Hölle Süd“, ihren Vorsprung. Erste Hoffnung keimte beim Anhang der „Schnaken“ auf, als Baum und Grau auf 21:24 (44.) verkürzten. Doch weiter ging es nicht: „es war wie verhext. Immer wenn die Chance da war, kam ein Pfosten oder eine Zeitstrafe dazwischen“, so Chatzigietims Kommentar zu dieser Phase.

Als dann Mayer mit einem Strafwurf an TSV-Keeper“ Jimmy“ Schröter scheiterte, gelang Baum das 29:31, aber da waren nur noch knapp drei Minuten zu spielen. Und mit dem 33:30 (59.) durch Sebastian Staudacher wähnten sich die Hausherren wohl schon auf der Siegerstraße. Doch Chatzigietim holte seine Mannen eine Minute und sechs Sekunden vor dem Ende nochmals zu einer Auszeit zusammen. Ob da nun ein genialer Plan oder ein Zaubertrank ausgegeben wurde, bleibt geheim, aber auf jeden Fall verlief die Schlußminute perfekt und „auch mit dem nötigen Quäntchen Glück“, so der überglückliche TSV-Trainer.

Der angesagte schnelle Abschluss durch Baum zappelte im Netz. Im Gegenzug parierte Schröter den Heber des Wangener Spielers und schickte Appelrath mit einem weiten Pass auf die Reise. Dieser konnte nur durch ein Foul gestoppt werden, für das es zwar  eine Zeitstrafe, aber nur einen Freiwurf gab. Davon ließ sich Baum jedoch nicht beirren und hämmerte den Ball zum 32:33 ins gegnerische Tor. Bei offener Manndeckung spitzelte Appelrath seinem Gegenspieler den Ball aus der Hand, Mark Reinl nahm den freien Ball auf, passte fast schon im Liegen auf dem Boden zu Dominic Gotthardt, der den 33:33-Ausgleichstreffer erzielte. Wie unglaublich schnell diese drei Treffer fielen, zeigte sich daran, dass Wangen fünf Sekunden vor Schluss sogar noch die Chance auf den Siegtreffer hatte. Doch nach der Auszeit blockte die Zizishäuser Deckung beide Versuche ab, und der Rest war nur noch Jubel über den gewonnenen Punkt. 

Ein Punkt, der „unglaublich gut für die Moral ist und uns hoffentlich Auftrieb für die nächsten Spiele gibt“, so das Fazit von Chatzigietim nach diesem Krimi in Wangen.

MTG Wangen: Kucera, Nerger; Fischer, Rosenwirth (5), Staudacher (6), Kruzinski, Kuttler (8), Bader (1), Bächle (3), E.Mayer (9/3), Glatzel, Köhler, Schnitzer.

TSV Zizishausen: Hauptvogel, Schröter; Minsch, Wolf (3), Reinl (2), Baum (10/2), Dreimann (5), Grau (7), Müller (1), Appelrath, Fröhlich (1), Ulbrich (1), Gotthardt (3).

Schiedsrichter: Berger / Tona (SG Tübingen / TV Brenz)

Zeitstrafen:

Wangen: Kruzinski (2), Kuttler, Mayer, Schnitzer.

Zizishausen: Grau ( 3 und rote Karte), Hauptvogel, Reinl, Appelrath, Ulbrich.

7m:

Wangen: 4/3, Mayer scheitert an Schröter.

Zizishausen: 2/2.

 

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