Zizishausen siegt beim Tabellenführer Weilstetten

27. November 2016
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TV Weilstetten - TSV Zizishausen   31:33 (18:17)

Die Rolle des Außenseiters scheint dem TSV Zizishausen zu liegen: beim Tabellenführer TV Weilstetten gewannen die Schnaken mit 33:31 (17:18) und brachten dem Primus damit die erste Niederlage in der laufenden Saison bei.

In der intensiv geführten und spannenden Begegnung, die eines Württembergliga-Spitzenspiels würdig war, drehten die Zizishäuser in der Schlußphase einen Vier-Tore-Rückstand und verließen doch noch als Sieger das Feld. Trainer Holger Breitenbacher lobte „die tolle Moral und Leidenschaft, mit der sich die Mannschaft am Ende wieder zurückgekämpft hat.“

Schon die Anfangsphase versprach einen heißen Tanz, beide Mannschaften starteten mit unglaublich hohem Tempo rasant in die Partie. Nach knapp sechs Minuten stand es bereits 6:6 unentschieden, und die Gastgeber nahmen da schon die erste Auszeit. TV-Trainer René Wismar dürfte es nicht gefallen haben, wie die Gäste über den Kreis und die einlaufenden Außenspieler die offensive Deckung der Weilstettener ausgehebelt hatten. Wenige Minuten später, als Stefen Müller mit seinem vierten Treffer zum 9:8 (12.) traf, gab es auch für Zizishausens Trainer Breitenbacher erneut Gesprächsbedarf, um seine bis dahin zu defensive Abwehr auf den TV-Rückraum mit Müller und Frank Raible, bis dahin auch schon dreimal erfolgreich, besser einzustellen. Zwei Minuten darauf musste Zizishausens Coach erneut reagieren, denn Georgios Chatzigietim bekam die zweite Zeitstrafe aufgebrummt, kam nur noch im Angriff zum Einsatz und wurde in der Abwehr durch Sebastian Appelrath ersetzt.

Weilstetten nutzte die Zeitstrafe und führte beim 12:9 (17.) durch Mario Bischoff erstmals mit drei Toren. Nachdem TSV-Keeper Benjamin Hauptvogel einen Strafwurf von Müller abwehren konnte, gelang Niklas Minsch, der auf der rechten Seite für mächtigen Alarm in der TV-Deckung sorgte, wieder der Anschlusstreffer zum 12:11 (20.). Trotz Unterzahl zog Weilstetten durch Spielertrainer Klaus Schuldt erneut auf 15:12 (25.), nachdem die Gäste zweimal an TV-Keeper Moritz König gescheitert waren. Dann hatte auch Mark Reinl sein Visier richtig eingestellt, mit vier Treffern hielt er sein Team bis zum 18:17-Pausenstand im Rennen.

Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich dieses Spielchen fort: Weilstetten zog davon, Zizishausen kämpfte sich wieder heran, verpasste aber beim 21:20 (34.) und 23:22 (38.) die Chance zum Ausgleich. Doch nach dem 27:25 (46.) durch Maximilian Kaplick, der zuvor bereits spektakulär mit einem Rückhandwurf von außen getroffen hatte, schien es, als müsste die Zizishäuser Rumpftruppe dem enormen Tempo und der intensiven Belastung Tribut zollen und abreißen lassen. Raible und Müller trafen für Weilstetten zum 29:25 (48.) und Breitenbacher nahm die Auszeit, um sein Team noch einmal für die Schlußphase einzustellen und ein kurzes Durchatmen zu ermöglichen. Und in diesen letzten zehn Minuten passte dann alles für die Schnaken: der nach 43 Minuten eingewechselte Torhüter Tobias Fromhold war nun richtig im Spiel und ließ nach dem 30:26 (51.) durch Schuldt über sieben Minuten keinen weiteren Gegentreffer zu. Zudem steigerten sich auch seine Vorderleute und stemmten sich mit großer Leidenschaft und enormen Kampfgeist den TV-Angreifern entgegen.

Mathias Dreimann, der eine überragende Partie auf der Mitteposition spielte, tankte sich zweimal durch die Gastgeber-Deckung zum 30:28, und die Schnaken-Fans, die ihr Team bis dahin schon lautstark unterstützt hatten, übernahmen nun vollends das Kommando in der Längenfeldhalle. Erst recht als Chatzigietim von der Siebenmeterlinie und dann nach Anspiel von Reinl den 30:30-Ausgleich (56.) markierte. Weilstetten haderte in dieser Phase verständlicherweise, aber auch zu Recht mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen, als klare Vorteils-Situationen abgepfiffen wurden. Diese Entscheidungen gab es zuvor zwar auch auf der anderen Seite, in der Schlussphase waren sie aber natürlich umso ärgerlicher.

Die Gastgeber waren ziemlich von der Rolle, bekamen zwei technische Fehler abgepfiffen, und Appelrath brachte mit der ersten Führung (31:30, 57.) seit  dem 1:0 die Stimmung beim TSV-Anhang auf den Siedepunkt. Dreimann vollendete mit dem 32:30 (58.) den 6:0-Lauf seit der 51.Minute. Aber Weilstetten kam durch Raible noch einmal auf 32:21 heran. Zizishausen ließ sich jedoch nicht mehr beirren, auch nicht durch die kuriose Entscheidung, als Appelrath zuerst gefoult wurde, aber dann noch für „Einklemmen“ des Gegenspielers seine dritte Zeitstrafe kassierte und disqualifiziert wurde. Trotz Unterzahl spielten die Schnaken den Angriff konzentriert weiter, holten einen Strafwurf heraus, den Chatzigietim 40 Sekunden vor dem Schlußpfiff nervenstark und sicher zum 33:31-Endstand verwandelte.

Eine außergewöhnliches und denkwürdiges Spiel, das Mut und Hoffnung macht für die nächsten Spiele, um am TV Weilstetten dranzubleiben, der natürlich immer noch Tabellenführer bleibt.

TV Weilstetten: Makowski, König; Euchner, Maier, Schuldt (4), Strölin (3), Saueressig (2), Raible (8), Bischoff (1), Müller (9), Slongo, Weckenmann, Kübler (4/3).

TSV Zizishausen: Hauptvogel, Fromhold; Minsch (7), Schneider, Kaplick (2), Reinl (6), Ulbrich, Dreimann (7), Grau, Fröhlich (1), Appelrath (2), Chatzigietim (8/5).

Schiedsrichter: Liss / Szomolay (SG H2Ku Herrenberg / Spvgg Aidlingen)

Zeitstrafen:

Weilstetten: Euchner, Saueressig, Raible, Kübler.

Zizishausen: Appelrath (3 und Rote Karte), Chatzigietim (2), Grau.

7m:

Weilstetten: 4/3, Müller scheitert einmal an Hauptvogel.

Zizishausen: 5/5.

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